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Dabei sein ist alles, auch und vor allem bei den Hachinger Handballern. Jeder will irgendwie dazugehören – und da beginnt das Problem, denn die Hachinger sprechen ihre eigene Sprache: Sie reden „Handball“. Um auf der Tribüne nicht aufzufallen, ist es also besonders wichtig, die richtigen Worte zu finden. Für die vielen neuen Gäste, die wir in dieser Saison unter den Zuschauern begrüßen wollen, haben wir daher wieder ein kleines Glossar zusammengestellt, das die Integration erleichtern wird. Im richtigen Moment den richtigen Fachbegriff in die Runde geworfen – und schon ist man dabei. Hauptsache, Sie nehmen diesen Leitfaden nicht zu genau…
Wechselfehler: Ist eigentlich grundsätzlich gegeben, wenn ein Linkshänder einen „normalen“ Kollegen auf dem Feld ersetzt. Der Spielfluss leidet darunter, Spielzüge sind nur noch eingeschränkt möglich, im günstigsten Fall wird durch einen überhasteten Wurf ein Zeitspiel vermieden. Natürlich auf Kosten eines Gegenstoßes, aber das nur am Rande. Ursprünglich bezieht sich der Wechselfehler auf die Tatsache, dass pro Mannschaft nur sieben Spieler auf dem Feld sein dürfen – und zwar wirklich ganz genau sieben. Betritt also ein Spieler das Feld, bevor sein Kollege selbiges verlassen hat, begeht er einen Wechselfehler, erhält eine Zweiminutenstrafe und zahlt dafür umgehend einen Kasten Bier in die Mannschaftskasse ein.Wichtig für den Tribünengast: Haching begeht grundsätzlich keine Wechselfehler, sollte dennoch einer moniert werden, dann nur von einem ausgesprochenen Haarspalter an der Pfeife!
Zeitstrafe: Wird für ein schwereres Vergehen ausgesprochen, beispielsweise einen Abwehrversuch, ohne erkennbare Absicht den Ball zu spielen. In der Folge spielt das bestrafte Team für zwei Minuten in Unterzahl – nicht immer zum Schaden der bestraften Mannschaft. Sonderfälle sind Strafen für Meckern, die vom eigenen Team in der Regel mit Beifall aufgenommen werden, da sie eine Aufstockung der Mannschaftskasse bedeuten. In diesem Zusammenhang ist eine Regeländerung der letzten Jahre besonders zu loben: Seit kurzem kann der Schiedsrichter nach einer bereits ausgesprochenen Strafe dieselbe verdoppeln.
Mannschaftskapitän: Abgeschafft. Warum weiß keiner so genau. In Haching war man seiner Zeit ohnehin weit voraus und schaffte das Amt des Kapitäns schon vor langer Zeit ab. In der sympathischen Kommune ging der Trend ohnehin in die Richtung, allen Mitgliedern Verantwortung zu übertragen. Aktuell erreicht diese Entwicklung einen Höhepunkt: Es gibt einen Kassenwart, einen Trikotwart und gleich vier Torwarte. Dazu einen Verantwortlichen für Duschgel, einen für Getränke und einen für die Bälle. Vielleicht sollte das Kapitänsamt doch wieder eingeführt werden, denn einen Verantwortlichen, der all dies koordiniert, gibt es bislang nicht.
Konzepthandball: Daran haben sich schon viele Trainer in Haching versucht – die meisten sind gescheitert. Sie haben einfach vernachlässigt, dass sie dabei nun mal vor allem auf die eigenen Spieler angewiesen sind. Der Konzepthandball ist in der Tat ein klassisches Dilemma: In unterklassigen Teams kann er nicht umgesetzt werden, da die Spieler dies technisch-taktisch nicht umsetzen können. In höherklassigen Mannschaften ist zwar ein Großteil der Spieler dazu in der Lage – allerdings gibt es eben in fast jedem Team oberhalb der Bezirksoberliga auch mindestens einen Linkshänder… Ansonsten gilt: Gewinnt Haching – egal wie knapp oder glücklich – sagen Sie nach dem Spiel zum gegnerischen Fan bei der Nachbetrachtung unbedingt: Da hat sich einfach das überlegene Konzept der Hachinger durchgesetzt!
Linkshänder: Seit Jahrzehnten ein Diskussionsthema in Haching. Ohne sie geht es nicht, mit ihnen auch nicht. (Siehe auch Konzepthandball) Eine spezifisch hachingerische Schwierigkeit ist, dass inzwischen viele Rechtshänder eigentlich Linkshänder sind. Das ursprüngliche Problem beim Linkshänder ist, dass er grundsätzlich anders sein muss, um Erfolg zu haben: Um auf der rechten Spielfeldseite eine aussichtsreiche Schussposition und -haltung, sowie einen guten Winkel zum Torhüter zu erreichen, ist es fast unabdingbar, den Ball mit der linken Hand zu werfen. Dies erklärt die Wichtigkeit der Linkshänder. Da die Linkshänder seit frühester Jugend um ihre Sonderstellung wissen, verhalten sie sich auf dem Spielfeld entsprechend sonderbar. Warum auch viele Rechtshänder dieses Verhalten (schneller Abschluss, übergroßer Tordrang etc.) annehmen, ist noch nicht abschließend geklärt.
AH: Die sogenannte AH ist die Alt-Herren-Mannschaft. Wobei in Haching ein spezielles Phänomen zu beobachten ist: Nach dem Eintritt ins AH-Alter – also mit 32 Jahren - werden die Spieler durchweg immer jünger. Manch einer ist schon wieder bei 29 Jahren angekommen! Dies liegt am speziellen Umfeld der AH, die sich von der Trainingszeit durchaus mit der ersten Mannschaft messen kann. Nicht dass der Trainingsaufwand oder gar die Trainingsumfänge vergleichbar wären – aber drei Treffen in der Woche möchten schon sein. Ob man dann in der Kabine sitzt und darauf wartet, dass die Jungen endlich mit dem Training fertig sind, oder gleich unter dem Vorwand eines „organisatorischen Treffens“ in die Wirtschaft „Wildsau“ geht, das steht auf einem ganz anderen Blatt. Und das hält bzw. macht eben jung. So jung, dass in der vergangenen Saison die alten Herren sogar die Rettung der eigentlichen ersten Herren betreiben mussten. Allerdings muss an dieser Stelle endlich einmal ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass dies nur funktionieren konnte, indem die jungen Mannschaftsmitglieder den nicht mehr ganz so jungen einen Teil der Laufarbeit und andere unangenehme Dinge, die im Laufe eines Spieles so auf einen zukommen, abgenommen haben. Aber das wirklich nur ganz am Rande!
Alles verstanden? Dann ab in die Halle mit dem frisch erworbenen Wissen aus dem zweiten Teil des Hachinger Handball-Glossars. Die Spieltermine finden Sie ja ebenfalls im Heft – an der Kasse wird dann das Fachwissen abgefragt…
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