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05.11.09

Martls Zivildienst - Bericht aus Münchner Merkur.
Mit freundlicher Genehmigung von Melanie Maunz.
Zivildienst – das muss nicht immer im Altenheim oder bei Wohlfahrtsverbänden sein. Martin Dauhrer ist in der Sporthalle im Einsatz: für die Handballabteilung des TSV Unterhaching. von Melanie Maunz
Landkreis – Nimmt man es ganz genau, ist er eigentlich gar kein richtiger Zivi, denn seine Stelle ist als Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ausgeschrieben. Trotzdem kann sich Martin Dauhrer (19) die zwölf Monate bei der Handballabteilung des TSV Unterhaching als Zivildienst anrechnen lassen. Und eigentlich spricht auch der ganze Verein von „seinem Zivi“. Für Martin ist die Stelle perfekt: Der Unterhachinger, der in diesem Jahr sein Abitur am örtlichen Gymnasium gemacht hat, spielt in der ersten Handball-Männermannschaft des TSV, kommt also „vom Fach“.
Zivildienst in einem Sportverein? In Deutschland gar nicht so unüblich, ist dies in Unterhaching erst seit zwei Jahren möglich. Martins Vorgänger ist Markus Pielmeier, Profi bei Generali Unterhaching. Er war ein Jahr lang für die Volleyballabteilung tätig, im September wurde die Stelle jetzt an die Handballer abgegeben. Eingesetzt hat sich dafür Martins Trainer: Jan Greger kennt solche FSJ-Stellen aus seiner aktiven Handballkarriere beim Zweitligisten SG Ahlen. Als er erfuhr, dass in Unterhaching so etwas auch möglich ist, hat sich Greger dafür stark gemacht, dass Martin die Stelle bekommt.
Martins Arbeit sieht so aus, dass er zur einen Hälfte Büroarbeiten für den Gesamtverein in der Geschäftsstelle des TSV Unterhaching verrichtet, zu anderen Hälfte ist er ausschließlich für die Handballer im Einsatz. „Ich trainiere zusammen mit Andi Mayr die männliche C-Jugend und mit Jessica Putzke die weibliche E-Jugend. Außerdem habe ich die männliche Mannschaft der Sport-AG Handball des Gymnasiums übernommen, gebe Stunden bei ,Sport nach Eins‘ an der Jahnschule und kümmere mich zusammen mit Armin Putzke um das Stützpunkt-Training des oberbayerischen männlichen Handballnachwuchses Jahrgang 1994 und 1996“, erzählt Martin und grinst: „Und mach’ dann halt noch das, was bei der Handballabteilung so ansteht. Plakate aufhängen zum Beispiel.“
Während der zwölf Monate ist Martin außerdem dazu verpflichtet, den C-Trainerschein zu machen. „Wer weiß, ob ich den auch ohne die Stelle gemacht hätte“, überlegt der 19-Jährige. „Wahrscheinlich nicht.“ Die Idee, Zivildienst bei einem Sportverein zu absolvieren, findet Martin super: „So bietet man Leuten, die sich im eigenen Verein engagieren wollen eine tolle Möglichkeit.“
Die Handballer indes profitiert immens von der FSJ-Stelle: „Für den Verein ist so etwas eine Mordsentlastung“, bestätigt Trainer Jan Greger. Die Handballabteilung sei deswegen bereits jetzt auf der Suche nach einem Nachfolger von Martin, denn bei der Stellenvergabe für das FSJ gilt für die Sportabteilungen des TSV Unterhaching: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
Greger fände es schade, wenn die Zivildienstzeit – wie kürzlich von der Bundesregierung angekündigt – von neun auf sechs Monate gekürzt werden würde. „Als FSJ bleibt die Stelle beim TSV aber auf alle Fälle bestehen.“ Ob sich dann aber so einfach junge Männer wie Martin finden werden, die statt sechs Monaten gleich nochmal ein halbes Jahr draufpacken? „Schwierig zu sagen“, meint Martin. „Bei mir ist es jetzt so: Ob ich neun oder zwölf Monate tätig bin, ist im Grunde egal. Mit dem Studium kann ich sowieso erst zum nächsten Wintersemester anfangen.“ Bei sechs Monaten gestalte sich die Sache schon anders: Da könnten die Zivis schon früher mit ihrem Studium anfangen. |